Malizia erhält German Offshore Award für die beste deutsche Hochseeyacht

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German Offshore Award zum 12. Mal vergeben - Sieger ist die IMOCA 60 Malizia mit Skipper Boris Herrmann – Youth Award für die Organisatoren der Regatta Silverrudder – Lifetime-Award für Solosegler Arnt Bruhns

Als beste deutsche Hochseeyacht der vergangenen Saison wurde am vergangenen Freitag im großen Festsaal des Hamburger Rathauses die foilende Rennyacht Malizia vom Typ IMOCA 60 ausgezeichnet. Der deutsche Profisegler Boris Herrmann war im November 2018 an Bord der Yacht im Rahmen der legendären Soloregatta Route du Rhum über 4.000 Seemeilen von Saint Malo nach Guadeloupe gesegelt und konnte das Rennen mit einem bravourösen 5. Platz beenden. Neben der legendären Vendée Globe – einmal nonstop unter Segeln um die Welt – ist die Route du Rhum die prestigeträchtigste internationale Hochseeregatta für Einhandsegler. Im November 2018 gingen 123 Skipper in sieben verschiedenen Klassen an Start, nachdem drei heftige aufeinanderfolgende Stürme in der der ersten Woche den Seglern stark zusetzten, mussten im Verlauf des Rennens rund ein Drittel der Starter aufgeben.

„Boris Herrmann hat bei seiner Atlantikpremiere alleine an Bord der Malizia bewiesen, dass er einer der herausragenden deutschen Hochseesegler ist“, sagt Andreas Völker, Vorsitzender des Hamburger Seglerverbands und der Jury des German Offshore Awards. „Sehr souverän ist es ihm gelungen ohne Schäden den schwierigen Regattakurs durch die stürmische Biskaya und über den Atlantik zu meistern. Mit seiner Leistung hat er eindrucksvoll gezeigt, dass er zu Recht in den Kreis der Aspiranten für die kommende Auflage des Weltrennens Vendée Globe gehört.“

Die übrigen nominierten Yachten waren die 72 Fuß große Maxiyacht Momo (Dietmar Schön) für den Sieg in der Klasse IRC 1 beim Rolex Middle Sea Race; die Ker56 Varuna (Jens Kellinghusen) für den 3. Platz nach IRC beim RORC Carribbean 600 Race; der 6,50 Meter lange Mini Lilienthal (Jörg Riechers) für die erfolgreiche Teilnahme am Einhand-Rennen von Les Sables auf die Azoren und zurück, die Farr40 Rennyacht Struntje light, mit der Dr. Wolfgang Schäfer im letzten Jahr den Farr40-Weltmeistertitel erringen konnte und die Class 40 Iskareen, mit der Skipper Arnt Bruhns ebenfalls an der Route du Rhum über den Atlantik teilnahm und in seiner Wertungsgruppe auf einen viel beachteten 17. Platz von 50 Teilnehmern kam.

Den Wehring & Wolfes Youth Award erhielten dieses Jahr die dänischen Organisatoren der erst wenige Jahre bestehenden Einhand-Regatta Silverrudder. Der Regattakurs führt von Sonderburg ausgehend nonstop rund um die Insel Fünen. In den letzten Jahren waren die 450 zur Verfügung stehenden Startplätze immer innerhalb weniger Stunden vergeben. „Diese Regatta markiert eindrucksvoll, welche Bedeutung das Segeln allein oder mit einer sehr kleinen Crew nicht nur beim professionellen Segeln, sondern im Regattasport allgemein inzwischen eingenommen hat“, verdeutlicht Dr. Friedrich Hausmann, Vorsitzender der den Award veranstaltenden German Offshore Owners Association e.V. (GER-OO). „Drei der diesjährigen Nominierten wurden für ihre herausragenden Leistungen als Solosegler geehrt. Das Silverrudder ermöglicht die Erfahrung des Einhand-Regattasegelns für jeden geübten Segler.“

Zur Überraschung aller Anwesenden verlas Boris Herrmann nach der Vergabe des Senatspreises an ihn noch eine weitere Laudatio und durfte ankündigen, dass Arnt Bruhns für seine erfolgreiche Atlantiküberquerung im Rahmen der Soloregatta Route du Rhum und insbesondere für seine besonders lesenswerten, täglichen Bordberichte mit dem Lifetime-Award der GER-00 geehrt wird. „Die Berichte von Bord der Iskareen lasen sich, als wäre man selbst an Bord dabei“, sagte Carl-Friedrich Schott, zweiter Vorsitzender der GER-00. „Arnt Bruhns hat uns auf intensive, ehrliche Weise an seiner dreiwöchigen Reise und den Härten einer Einhand-Transatlantikregatta teilhaben lassen.“

Vor den Laudationes auf die einzelnen Preisträger hielt Mona Küppers, Präsidentin des Deutschen Segler Verbandes, eine Rede, in der sie auf die Bedeutung des Hochseesegelns als olympische Disziplin einging. Boris Herrmann gab in einem ausführlichen Vortrag Einblicke in das Team „Malizia“ und die Organisatoren des Ocean Race stellten eine besondere Videobotschaft zusammen, in der den im Hamburger Rathaus anwesenden Hochseeseglern eindrucksvoll die Pläne für die nächste Auflage des härtesten Yachtrennens der Welt vorgestellt wurden.

Der German Offshore Award ist ein Senatspreis der Freien und Hansestadt Hamburg und wird traditionell von einem Vertreter des Hamburger Senats im großen Festsaal übergeben. Er wird veranstaltet von der German Offshore Owners Association (kurz GER-00), die 2005 von dem passionierten Hamburger Hochseesegler Volker Andreae gegründet wurde. „In der Stiftungsurkunde ist festgehalten, dass der begehrte Preis vom Hamburger Senat zusammen mit der GER-OO organisiert und übergeben wird“, erklärt Friedrich Hausmann, seit 2017 Vorsitzender des Vereins. „Die Jury für den Award wird vom Vorsitzenden des Hamburger Segler-Verbands geleitet und setzt sich aus Vertretern der vier größten Hamburger Segelvereine NRV, HSC, BSC und SVAOe zusammen. Dem Gremium steht Wetterexperte Dr. Meeno Schrader beratend zur Seite.“

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